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DIE PRÄHISTORISCHEN GRUBEN DES GESTREIFTEN FEUERSTEINS (FLINT) IN KRZEMIONKI BEI OSTROWIEC

In der mezosoischen Umrandung von Góry Świętokrzyskie (das St.-Kreuz-Gebirge) befinden sichAusbisspunkte diverser Arten von Flint und zahlreiche prähistorische Gruben. Abbaustellen des gestreiften Flints wurden in der Umgebung von Ostrowiec endeckt. Zu den gröβten Objektendieser Art in Europa – unter Berücksichtigungder Gröβe des Abbaufeldes – gehört der Grubenkomplex in Krzemionki bei Ostrowiec. Seine auβergewöhnliche Bedeutung resultiert aus der ausgezeichnet erhaltenen Grubenlandschaft und der unterirdischen Architektur.

Die gruben hat am 19. Juli 1922 der Geologe Jan Samsonowicz endeckt. Forschungsarbeiten und Ausgrabungen leiteten zuf diesem Gelände seine Nachfolger.

Die Gruben waren in der ungefähr 3900 – 1600 v. Chr. (Datierung: radioaktiv Kohle) von verschiedenen Völkern abgebaut. Die Völker hinterlieβen materielle Zeugnisse, durch die Archäologen mit dem Namen „Kulturen“ benannt: Trichterbecher-, Kugelamphorenkultur und die Mierzanowicer Kultur. Nicht ausgeschlossen, dass die Lagerstätten des gestreiften Flints die mittelsteinzeitlichen Jäger schon frühre kannten.

Die wachsende Besiedlung und die agrare Wirtschaft (Roden) waren die entscheidenden Faktoren für die Entwicklung des Feuersteinbergbaus auf dem Gelände des St.-Kreuz-Gebirges. Die aus Flint hergestellen Äxte, die hauptsächlich zum Roden der Wälder dienten, waren im Umkreis von 250 km von der Lagerstätte vertrieben (die Zeit der Trichterbecherkultur ca. 3900 – 2900 v. Chr.). Die meisten Gruben in Krzemionki entstanden infolge der Tätigkeit der Bergleute in der Zeit der Kultur der Kugelamphoren (2900 – 2500 v. Chr.). Die von ihnen hergestellen Äxte waren von spezieller Bestimmung und man fand sie im Umkreis bis zu 600 km von den Gruben. In der frühen Bronzeepoche (Mierzanowicer Kultur; ca. 2200 – 1600 v. Chr.) waren die aus diesem Rohstoff gefertigten Werkzeuge (Äxte und Pfeilspitzen) im Umkreis von nur 85 km von der Lagerstätte entfernt vertrieben.

Das Bergfeld in Krzemionki hat die Form einer Parabole ca. 5 km lang und 20 bis 220 m breit, das ist 785 000 Quadratmeter. Man berechnet, dass es über 5000 Gruben auf diesem Gelände gibt. Die Feuerstein tragende Schicht tritt auf zwei Sohlen auf. Die Schächte wurden in der Entfernung von 5 bis 30 m voneinander angelegt, ihre Tiefe und Form waren von geologischen Bedingungen abhängig, in denen die Flint tragende Schichten vorkamen. Die Feuersteinkonkretionen waren auf mehrere Arten gefördert. Am Anfang hat man flache Gruben gegraben (2 m tief und 4-5 m breit), zuletzt waren es Kammergruben (mit einer Fläche von ca. 400 m 2). Die Entwicklung komplizierter Fördertechniken führten in der Neusteinzeit zur Entstehung einer gewissen Berufsgruppe – Bergmann-Förderer des Feuersteins. Die Belegschaft der Grube bildeten 5 – 10 Leute. In der Sommersaison (flache Gruben) oder in der Wintersaison (tiefe Kammern) wurde gearbeitet. Über den Schächten der Kammern baute man eine Art Schuppen, die vor Regen und Schnee schützten. Man benutzte Werkzeuge aus Stein und Flint, aber auch aus Hirsch- und Rehgeweihen angefertigt. Sie wurden als Keile, Steinsschlägel, Hebel, Hacken und Keilhauen gebraucht. Das Fördergut wurde auf originelle Art an die Oberfläche transportiert. Unter Tage arbeiteten die Bergleute in verschiedenen Lagen: mit eingezogenen Beinen, halb liegend, hockend oder kniend. Die Höhe der Abbauräume betrug in Hinsicht auf Ökonomie der Arbeit von 55 bis 110 cm. Den abgebauten Kalkschutt beseitigte man nach oben, oder man füllte damit die verlassenen unterirdischen Kammern. Damit die unterirdischen Dächer über den Kammern nicht zusammenbrachen, wurden Pfeiler (Stützen) aus neolithischen Felsen in den Gruben unberührt gelassen, oder man stempelte sie mit Kalkplatten oder Kalkschutt (sogen. trockener Versatz). Für die Luftzirkulation sorgten Langerfeuer im Innern der Schächte und an ihren Eingängen. Die Gruben wurden mit Kienholz beleuchtet und es kann sein, auch mit Talglampen.

Der gewonnene Rohstoff wurde schon unten sortiert und nur der Feuerstein von bester Qualität wurde an die Oberfläche transportiert. Nahe am Schacht folgte dann die nächste Auslese und die erste Bearbeitung. Die Konkretionen wurden auf steinernem Amboss zerschlagen und mit Klopfern aus Stein, Feuerstein, Geweih oder hartem Holz bearbeitet. Eine groβe Menge Feuersteinabfälle, misslungene Halbprodukte, Äxte und andere Werkzeuge blieben in der Nähe der Schächte an der Oberfläche liegen. Ausgewählte Halbprodukte wurden zur weiteren Verarbeitung zu den Produktionssiedlungen gebracht, im Zuflussgebiet des Flusses Kamienna gelegen. Dort wurden die Äxte geglättet und fertig gemacht. Auf dem Grubengelände gab es keine Siedlungen, auβer Saisonniederlassungen, wegen Mangel an Trinkwasser.

In der Grube entdeckte man an den Wänden und auf den Pfeilern mit Holtzkohle ausgeführte Zeichnungen der von Bergleuten verehrten Götter. Ihre Symbole waren eine gebärende Frau, der Stierkopf, Stierhörner, ein Paar menschlicher Füβe. An der Arbeitsstätte angebracht sollten sie auf magische Weise den Bergleuten bei ihrer harten Arbeit helfen. Man vermutet, dass sie Symbole der Groβen Göttin und ihres Partners waren – des Gottes des Gewitters, dessen Waffe der Donner war, durch Axt und Beil symbolisiert. Mit diesem Kult ist die besondere Rolle verbunden, die die Axt aus gestreiftem Feuerstein in den Zucht – und agraren Gesellschaften der Kultur der Kugelamphoren spielte. Wie man vermutet, symbolisierte die Axt in den Ritualen die Anwesenheit Gottes. Sie war auch das Zeichen des gesellschaftlichen Ansehens, sie war die Waffe des Kriegers, die auf magische Atr den Besitzer vor dem Bösen schützte, daher hat man sie auch mit dem Verstorbenen zu Grabe gelegt.

Das Grubengelände blieb, seitdem die urgeschichtlichen Bergleute ihre Arbeit beendet hatten, im Urwald verborgen, bis es durch die gegenwärtige Wirtschaft gestört wurde, als das Dorf Krzemionki am Anfang des XX. Jahrhunderts entstand. Die hiesigen Einwohner zerstörten die historischen Gruben, um Kalkstein aus Kalk für die Stahlhütte in Ostrowiec zu gewinnen.

Diesem Unwesen wurde ein Ende gemacht. Im Jahre 1926 hat man begonnen, ein Naturschutzgebiet zu organisieren.

Das Museum funktioniert:

Tel./fax (041) 262-09-78; tel./fax (041) 265-36-51

1 Mai – 30 September

  • Montag – Freitag 9.00 – 18.00,
  • Samstag 9.00 – 17.00,
  • Sonntag 11.00 – 17.00

April und Oktober

  • Montag – Samstag 9.00 – 16.00,
  • Sonntag 11.00 – 16.00

1 November – 31 März

  • Montag – Samstag 9.00 – 15.00
  • Sonntag 11.00 – 15.00

 

 

 
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